Was sind wir eigentlich?

Du liegst neben mir und schläfst. Ich beobachte, wie sich deine Brust langsam hebt und senkt, zähle die Leberflecke auf deinem Arm. Ich schaue dich gern an. Manchmal, ohne, dass du es merkst. Und immer wieder frage ich mich, was das mit uns eigentlich ist. Sind wir nur ein Abenteuer? Ein netter Flirt? Oder vielleicht doch mehr?

Ich mag dieses Kribbeln, wenn ich an dich denke

Für mich ist es klar. Ich will dich, mit Haut und Haaren. Den halben Tag verbringe ich damit, auf mein Handy zu starren, bis irgendwann dein Namen aufleuchtet. Gestern Abend dann endlich ein „Hast du schon Pläne? Oder wollen wir uns sehen?“. Mein Herz machte einen Sprung.

Ich mag dieses Kribbeln, wenn ich an dich denke und weiß, dass du auch an mich denkst. Überhaupt mag ich, wie sich alles mit dir anfühlt. Das Reden, das Küssen, selbst das Aufwachen. Und trotzdem ist da dieses kleine, fordernde Fragezeichen in meinem Kopf, das eine Antwort will: Was sind wir eigentlich? Und vor allem: Was bin ich für dich?

wir

Vielleicht ist es ein Frauending. Ich muss dem Ganzen irgendwie einen Stempel aufdrücken und es definieren. Nicht, weil ich zwingend meinen Beziehungsstatus ändern will, sondern weil mein Herz an dir hängt und ich Angst habe, dass du dich morgen plötzlich nicht mehr meldest. Dass ich vielleicht nicht mehr neben dir aufwache.

Ich will wissen, wohin unser Zug fährt

Ich rede mir immer wieder ein, dass es auf den Moment ankommt. Auf die Nächte, wo du mir das Haar aus dem Gesicht streichst und mich ansiehst, als wäre ich die Einzige für dich. Die Momente, in denen jede kleine Berührung wie ein elektrischer Schlag ist und sich mein Kopf so perfekt an deiner Halsbeuge anfühlt.

Doch dann höre ich wieder den ganzen Tag nichts von dir. Bekomme kein „Ich vermisse dich“ oder ein Zeichen, was mir sagt, dass ich für dich mehr als nur ein Zeitvertreib bin. Und da sind sie wieder, die Selbstzweifel, die tausend Fragen. Ich möchte sie dir alle stellen und tue es doch nicht. Ich will nichts kaputt machen und mache damit mich selbst kaputt.

Auch, wenn die Fahrt mit dir toll ist und der Blick aus dem Fenster mir immer wieder Neues zeigt – ich will wissen, wohin unser Zug fährt. Nur so kann ich nämlich rechtzeitig die Notbremse ziehen.

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One Comment

  1. Ja das kenne ich – dumm war, das ich mich dann noch verliebt habe…

    Ich musste die Notbremse ziehen. Da es mich komplett fertig gemacht hat. Jetzt versuche ich ihn immer noch zu vergessen – klappt nicht so einfach 🙁

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